Studium ohne Geldsorgen: Praktische Finanztipps für Studierende

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17.07.2026

Studium ohne Geldsorgen: Praktische Finanztipps für Studierende

Studieren könnte so schön sein, wenn es nicht auch so teuer wäre. Gebührenfrei mag ein Großteil der Studiengänge an deutschen Hochschulen ja sein, die meisten Studierenden wissen trotzdem, was es heißt, am Monatsende ohne Geld dazustehen. Wie die Freude am Studieren trotz steigender Mieten, Lebenshaltungskosten, Auslandssemester oder Weiterbildung nicht abhanden kommt? Das verraten dir unsere Finanztipps.

Mit welchem Budget müssen Studierende auskommen?

Mehr als ein Drittel aller Studierenden kratzt im Alltag an der Armutsgrenze, während laut Bundesagentur für Arbeit die Gesamtausgaben für vier Jahre Bachelorstudium bei rund 36.500 Euro liegen. Nicht gerade ein Schnäppchen. Zu den Kostenpunkten zählen dabei:

  • Semesterbeitrag: Deine Semestergebühren decken den Verwaltungsaufwand, Sozialbeiträge sowie das Semesterticket. Je nach Hochschule liegen sie zwischen 250 und 450 Euro. Einige Bundesländer erheben zusätzliche Gebühren von 400 bis 650 Euro für Langzeitstudierende.
  • Uni-Arbeitsmaterial und Ausstattung: Du kannst für Uni-Bücher, Schreibmaterial und Kopien monatlich zwischen 17 und 70 Euro einplanen. Weitere Kosten zwischen 400 und 1.500 Euro kommen durch eine IT-Grundausstattung mit Laptop, Tablet und Smartphone hinzu.
  • Miet- und Wohnkosten: Die Miete liegt im Schnitt bei über 505 Euro monatlich und frisst damit den Großteil deines Budgets auf. Je nach Stadt können Wohnkosten noch viel höher liegen, beispielsweise zahlst du in München schockierend hohe Mieten zwischen 600 und 1.000 Euro.
  • Lebenserhaltung und Freizeit: Du kaufst günstig ein und verträgst auch das Mensaessen? Dann kommst du mit rund 45 Euro wöchentlich für Lebenserhaltung aus. Für Hobbies, Kultur, Partys, Sport und Reisen kannst du zusätzliche 60 bis 100 Euro monatlich einplanen.
  • Mögliche Zusatzkosten: Zusatzkosten können für Auslandssemester, eine studentische Krankenversicherung ab 25 Jahren (etwa 110 Euro monatlich) oder beim Studium mit Kind anfallen.

Insgesamt musst du im Studium durchschnittlich 700 bis 1.300 Euro pro Monat einplanen, um über die Runden zu kommen.

Weniger Stress, mehr Freude im Studium: Unsere Finanztipps

Einen großen Teil der Studienfinanzierung leisten in Deutschland immer noch die Eltern. Laut Deutschem Studierendenwerk stehen Studierenden gemäß Düsseldorfer Tabelle 990 Euro Unterhalt im Monat zu. Können Eltern diesen Beitrag nicht leisten, müssen viele Studierende die Finanzlücke mit Nebenjobs oder anderen Einnahmequellen stopfen.

Unsere Finanztipps helfen dir, deine Studienfinanzierung vorausschauend zu planen, gezielt zu sparen und das Optimum aus deinem Budget herauszuholen:

Tipp 1: Fristenalarm – BAföG-Antrag rechtzeitig stellen

Können deine Eltern dein Studium finanziell nicht wuppen, greift dir BAföG unter die Arme. Die Bedarfssätze liegen derzeit zwischen 475 Euro Grundbedarf bis 992 Euro Höchstsatz bei eigener Wohnung und Selbstversicherung. Seit Januar 2026 darfst du 603 Euro monatlich dazuverdienen.

Um bei der BAföG-Förderung nicht ins Hintertreffen zu geraten, solltest du den Antrag drei Monate vor Semesterstart und spätestens bis zum Semesterstart beantragen. Achte dabei auf die Vermögensfreigrenze von maximal 15.000 Euro für unter 30-Jährige und maximal 45.000 Euro für über 30-Jährige. Bei der Rückzahlung des zinslosen Darlehensanteils kannst du dir Vorteile verschaffen, indem du dir saftige Nachlässe von bis zu 21,5 Prozent für vorzeitige Rückzahlungen sicherst.

Tipps 2: Kostenloses Girokonto für Studierende nutzen

Eigenes Studium, eigenes Leben, eigenes Konto. Für finanzielle Selbstbestimmung empfiehlt sich ein Konto für Studierende. Regulär kann das bei Filialbanken bis zu 125 Euro jährlich kosten. Sowohl Filialbanken als auch Direktbanken bieten jedoch kostenlose Girokonten für Studierende. Mit inbegriffen sind dabei je nach Anbieter Web-Banking und Banking-Apps sowie eine Girocard und Visa Debitkarten. Voraussetzungen wie eine Altersgrenze von unter 28 Jahren oder ein monatlicher Mindestgeldeingang kann es trotzdem geben.

Tipp 3: Stipendien nicht vergessen

Ein klarer Vorteil von Stipendien: Du musst sie im Gegensatz zum BAföG nicht zurückzahlen. Mit guten Leistungen, stipendienrelevantem Engagement oder einkommensschwachem Familienhintergrund hast du gute Chancen und solltest eine Bewerbung erwägen. Bekannte Stipendien sind das Deutschlandstipendium, das Aufstiegsstipendium, das DAAD-Stipendium für Auslandsaufenthalte oder das Weiterbildungsstipendium.

Tipp 4: Haushaltsbuch führen, Kosten vergleichen, Rabatte finden

Mit einem Haushaltsbuch behältst du die Kontrolle über deine Einnahmen und Ausgaben und streichst ein paar Guilty-Pleasures, die deine Finanzen schrumpfen. Sei ruhig knauserig und vergleiche vor allem Preise für Anschaffungen, Abos und Verträge. Auch Studierendenrabatte sind dein Freund, zum Beispiel die kostenlose ISIC-Karte (International Student Identity Card), die dir internationale Studierendenrabatte eröffnet. Prüfe zudem, ob eine Befreiung von Pflichtbeiträgen wie GEZ für dich in Frage kommt, wenn du BAföG, BAB oder Sozialleistungen beziehst.

Tipp 5: Durch WG oder Wohnheim Miete sparen

Vergleichen spart auch Wohnkosten, etwa durch günstigere WG-Zimmer oder Wohnplätze der Studierendenwerke. Hier ist frühzeitiges Bewerben gefragt, sobald du deine Immatrikulationsbescheinigung hast, denn Plätze sind begehrt. Merk dir: Einige Wohnheime bieten vorläufige Bewerbungen auch ohne Zulassungsbescheid.

Tipp 6: Nebenjobs als Einkommensquelle und Kontaktbörse

Nebenjobs entwickeln sich für Studierende mit schmalem Geldbeutel zunehmend zur wichtigsten Einkommensquelle. Allerdings bleibt dadurch weniger Zeit für Lernen und Kursvorbereitung. Umso sinnvoller sind Jobs mit direktem Bezug zum Studium – zum Beispiel durch Werkstudentenstellen, bezahlte Praktika, ein duales Studium oder Selbstständigkeit neben dem Studium. So bringt dein Nebenjob nicht nur Geld, sondern hilft auch deiner Karriereplanung.

Tipp 7: Auch Studierende können Steuern sparen

Mit steuerpflichtigem Einkommen über dem Grundfreibetrag (2026: 12.348 Jahreseinkommen) kannst du viele Studienkosten wie Semesterbeiträge oder Uni-Ausstattung über die Steuererklärung geltend machen. Das gilt vor allem im Master, denn im Zweitstudium werden viele Ausgaben als Werbungskosten anerkannt. Bei keinem oder geringem Einkommen kannst du hohe studienbezogene Ausgaben per Verlustvortrag mit deinem späteren Gehalt nach dem Studium verrechnen.

Dank Finanzkompetenz nicht jeden Cent umdrehen

Ganz ohne Stress ums Geld geht’s im Studium leider nicht. Mit der richtigen Finanzplanung und geeigneter Förderung wie BAföG oder Stipendien kannst du jedoch finanzielle Engpässe leichter umschiffen. Mit Nebenjobs und Weiterbildungskursen, die nicht nur Spaß machen, sondern auch deine Zukunft unterstützen, legst du zudem das Fundament für deine Wunschkarriere.


 

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