Future.Work.Vision.: Was die Gen Z wirklich von Arbeit erwartet

Studierendenleben

04.08.2026

Future.Work.Vision.: Was die Gen Z wirklich von Arbeit erwartet

Über die Generation Z wird viel gesprochen. Oft auch ziemlich pauschal. Mal gilt sie als besonders sinnorientiert, mal als wenig belastbar, mal als schwer zu führen. Doch was stimmt davon wirklich? Und was erwarten junge Menschen, die aktuell studieren oder kurz vor dem Berufseinstieg stehen, tatsächlich von Arbeit, Karriere und Arbeitgeber:innen?

 

Die Future.Work.Vision.-Studie geht genau diesen Fragen nach. Befragt wurden 423 Studierende aus ganz Deutschland. Im Mittelpunkt steht eine Generation, die den Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren immer stärker prägen wird. Für Unternehmen, Hochschulen und Recruiting-Verantwortliche ist das relevant, denn die Erwartungen junger Talente entscheiden längst mit darüber, welche Arbeitgeber:innen attraktiv wirken und welche nicht.

 

Das zentrale Ergebnis: Die Gen Z ist weder arbeitsunwillig noch orientierungslos. Sie ist leistungsbereit, gut ausgebildet und durchaus ambitioniert. Gleichzeitig ist sie sensibler gegenüber unsicheren Rahmenbedingungen. Steigende Lebenshaltungskosten, mentale Belastung, Stress und die Frage nach einer stabilen beruflichen Zukunft spielen eine große Rolle. Arbeit soll wichtig sein, aber nicht das ganze Leben bestimmen.

 

Arbeit ja, aber nicht um jeden Preis

 

Ein spannender Punkt der Studie: Junge Menschen wollen beruflich vorankommen. Aufstiegschancen und Weiterbildungsangebote sind für die große Mehrheit der Befragten wichtig oder sehr wichtig. Das widerspricht dem häufigen Vorurteil, die Gen Z habe keine Ambitionen.

 

Aber diese Ambition ist an Bedingungen geknüpft. Karriere wird nicht mehr automatisch mit permanenter Verfügbarkeit gleichgesetzt. Entscheidend sind transparente Entwicklungsmöglichkeiten, faire Bezahlung und ein Arbeitsumfeld, das langfristig tragfähig ist. Wer junge Talente gewinnen möchte, muss also mehr bieten als schöne Versprechen im Employer Branding.

 

Die Studie bringt es im Kern auf den Punkt: Die Gen Z ist bereit zu leisten, wenn der Rahmen stimmt.

 

Flexibilität ist kein Extra mehr.

 

Homeoffice, flexible Arbeitszeiten und hybride Modelle werden von vielen Arbeitgeber:innen noch immer als Zusatzleistung betrachtet. Für viele junge Talente ist Flexibilität aber längst kein Bonus mehr, sondern ein grundlegendes Kriterium.

 

Laut Studie bewerten 74 Prozent der Befragten Homeoffice als relativ wichtig bis äußerst wichtig. Besonders deutlich wird der Wunsch nach Wahlfreiheit: 80 Prozent möchten ihre Homeoffice-Tage individuell und flexibel nach Bedarf vereinbaren können. Es geht also nicht darum, nie wieder ins Büro zu gehen. Es geht darum, nicht in starre Modelle gezwungen zu werden.

 

Auch die 4-Tage-Woche spielt eine Rolle: 60 Prozent der Befragten wünschen sich die Möglichkeit dazu. Das sollte man nicht vorschnell als Wunsch nach weniger Leistung lesen. Viel eher zeigt sich hier ein Bedürfnis nach effizienteren Strukturen, besserer Erholung und einem Arbeitsmodell, das zum eigenen Leben passt.

 

Geld ist kein Tabuthema

 

Ein weiteres klares Ergebnis: Gehalt zählt. Und zwar deutlich.

 

83 Prozent der Befragten bestätigen, dass Geld eine zentrale Rolle spielt. Das ist wenig überraschend, wenn man die Belastungen betrachtet, die junge Menschen aktuell beschäftigen. Die Lebenshaltungskosten gehören laut Studie zu den größten Sorgen. Wer Miete, Studium, Alltag und Zukunftsplanung im Blick behalten muss, kann Arbeit nicht nur über Sinn, Teamkultur oder Purpose bewerten.

 

Das heißt nicht, dass Werte keine Rolle spielen. Aber Werte ersetzen keine faire Bezahlung. Arbeitgeber:innen, die junge Talente erreichen wollen, sollten deshalb transparent über Gehalt, Entwicklungsperspektiven und Sicherheit sprechen. Unklare Formulierungen, vage Benefits oder unrealistische Versprechen wirken schnell unglaubwürdig.

 

Werte müssen sichtbar werden

 

Diversität, Inklusion und Nachhaltigkeit sind für viele junge Menschen wichtig. Die Studie zeigt: 71 Prozent bewerten Diversität und Inklusion als relevant, 65 Prozent sehen Nachhaltigkeit als wichtiges Kriterium im Arbeitskontext.

 

Aber auch hier gilt: Es reicht nicht, diese Begriffe auf Karriereseiten zu platzieren. Die Gen Z schaut genauer hin. Werte müssen im Alltag erkennbar sein, in Führung, Teamkultur, Prozessen und Entscheidungen. Symbolische Maßnahmen ohne echte Umsetzung verlieren schnell an Wirkung.

 

Gleichzeitig ist die Generation Z pragmatischer, als viele Debatten vermuten lassen. Digitalisierung und Effizienz werden von 75 Prozent priorisiert. Junge Talente erwarten funktionierende Tools, schlanke Prozesse und eine Arbeitsumgebung, die produktives Arbeiten ermöglicht. Wer mit unnötiger Bürokratie, veralteten Abläufen oder komplizierten Bewerbungsprozessen arbeitet, verliert an Attraktivität.

 

Sichtbarkeit braucht Substanz

 

Für Arbeitgeber:innen wird es wichtiger, dort präsent zu sein, wo junge Talente nach Orientierung, Einstiegsmöglichkeiten und konkreten Jobs suchen. Die Studie zeigt: Junge Menschen informieren sich bewusst und vergleichen genauer, bevor sie sich bewerben.

 

Entscheidend ist deshalb nicht nur, dass ein Job sichtbar ist. Entscheidend ist auch, wie klar er vermittelt wird. Was sind die Aufgaben? Wie sieht das Arbeitszeitmodell aus? Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es? Wie transparent ist die Vergütung? Wie einfach ist die Bewerbung?

 

Gerade bei Studierenden und Berufseinsteiger:innen zählt ein schneller, verständlicher Zugang zu relevanten Angeboten. Wer junge Talente erreichen möchte, braucht deshalb Aufmerksamkeit und Substanz: klare Informationen, realistische Erwartungen und Angebote, die zur Lebensrealität der Zielgruppe passen.

 

Was Arbeitgeber:innen daraus lernen können

 

Die Future.Work.Vision.-Studie zeigt eine Generation, die nicht weniger arbeiten will, sondern anders auf Arbeit schaut. Arbeit bleibt wichtig. Sie soll finanzielle Sicherheit geben, Entwicklung ermöglichen und ein stabiles Leben unterstützen. Aber sie ist nicht mehr automatisch der Mittelpunkt der eigenen Identität.

 

Für Arbeitgeber:innen bedeutet das: Wer junge Talente gewinnen möchte, muss realistisch, transparent und verlässlich auftreten. Entscheidend sind nicht die lautesten Versprechen, sondern die Bedingungen, die im Alltag wirklich spürbar sind.

 

Drei Punkte sind dabei besonders wichtig:

 

Erstens: Sicherheit und Transparenz. Klare Informationen zu Gehalt, Aufgaben, Arbeitszeitmodellen und Entwicklungsperspektiven sind die Grundlage für Vertrauen.

 

Zweitens: Flexibilität mit Struktur. Junge Talente wünschen sich Wahlfreiheit, aber nicht Beliebigkeit. Gute Arbeitgeber:innen schaffen klare Rahmenbedingungen und ermöglichen trotzdem individuelle Lösungen.

 

Drittens: Werte, die im Alltag funktionieren. Diversität, Nachhaltigkeit und moderne Arbeitskultur wirken nur dann überzeugend, wenn sie konkret gelebt werden. Dazu gehören auch effiziente Prozesse und digitale Arbeitsweisen.

 

Fazit: Die Gen Z ist kein Problem, sondern ein Signal

 

Die Ergebnisse der Studie zeigen: Die Generation Z fordert keine Sonderbehandlung. Sie macht sichtbar, welche Arbeitsbedingungen künftig stärker zählen werden. Flexibilität, faire Bezahlung, Entwicklungsmöglichkeiten, Effizienz und glaubwürdige Werte sind keine Zusatzleistungen mehr. Sie werden zunehmend zum Standard.

 

Für Studierende und Berufseinsteiger:innen bietet die Studie spannende Einblicke in die Frage, wie andere junge Talente über Arbeit und Karriere denken. Für Arbeitgeber:innen liefert sie klare Hinweise darauf, wie Recruiting und Bindung künftig besser gelingen können.

 

Wer tiefer einsteigen möchte, findet die vollständigen Ergebnisse hier:

 

Zur Future.Work.Vision.-Studie:

https://future-work-vision.de/

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