Studierendenleben
07.04.2026
Das Losverfahren Medizin ist im Grunde der Parkplatz-Restwagen der Zulassung. Es greift, wenn eine Uni nach den regulären Bewerbungen noch Plätze hat, und die werden dann verlost. Du brauchst formal nur die Zugangsberechtigung (Abitur oder Fachhochschulreife), nicht eine bestimmte Note. Das klingt gerecht, ist es auch, und darum auch ziemlich zufällig.
Jede Universität handhabt ihr Losverfahren anders. Manche Hochschulen führen es zentral durch, andere daneben. Universitäten veröffentlichen ihre Platzanzahlen erst im Sommer, wenn klar ist, wie viele Studis die Angebote angenommen haben. Dann lädt dich die Uni ein, wenn du im Los gewonnen hast, und dafür hast du oft nur wenige Tage Zeit zu reagieren.
Die ehrliche Antwort: Die Wahrscheinlichkeit ist niedrig. Bei großen Unis mit vielleicht 50 Losplätzen und 5.000 Bewerbern brauchst du echtes Glück. Bei kleineren Hochschulen mit weniger Bewerbungen sieht es manchmal besser aus, aber verlässlich ist das nie. Es gibt Semester, in denen bundesweit kaum Losplätze entstehen. Es gibt andere, in denen plötzlich deutlich mehr da sind.
Trotzdem: Die Bewerbung kostet dich kaum etwas außer Zeit. Und wenn du im Los gewinnen solltest, ist das der Jackpot, ein Jahr später fragst du dich gar nicht mehr, ob's hätte funktionieren können.
Rechne nicht mit dem Losverfahren Medizin als Hauptstrategie. Schreib die Bewerbung, ja, aber baue nebenbei einen echten Plan B auf. Das kann eine andere Naturwissenschaft sein (Pharmazie, Zahnmedizin), ein Wartesemester (die Quote wird jedes Semester besser), oder ein Studium an privaten Hochschulen. Jede dieser Optionen hat ihre Besonderheiten, gibt dir aber Sicherheit.
Manche Studenten nehmen gezielt Wartesemester und verbessern ihre Noten durch Kurse oder Ehrenamt. Andere bewerben sich parallel im Ausland (Rumänien, Polen, unkonventionell, aber legit). Die beste Strategie ist nie nur ein Los ziehen und hoffen.
Schreib Bewerbungen an viele Universitäten, nicht nur die Top-3 der Rankings. Kleinere Unis in strukturschwächeren Gegenden haben oft höhere Losquoten, weil weniger Bewerbungen kommen. Das heißt nicht, dass die Lehre dort schlechter ist. Medizin ist Medizin, egal an welcher Uni du es studierst. Gute klinische Praktika gibt es überall.
Notiere dir alle Losfristen und Mitteilungstermine. Wenn du tatsächlich gezogen wirst, musst du ultra-schnell reagieren, innerhalb von 5 bis 7 Tagen musst du dich anmelden. Versäumst du das, geht der Platz an den nächsten. Das ist hart, aber der Standard.
Das Losverfahren Medizin gibt dir eine kostenlose Extra-Chance auf deinen Medizin-Platz, und manche schaffen es genau damit. Real Talk: Du brauchst Glück, aber eben auch einen Plan B, der nicht auf Glück basiert. Bewerbung schreiben, Fristen notieren, parallel andere Optionen vorbereiten. So machst du das Beste aus der Situation.
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