Studierendenleben
22.01.2026
ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Es handelt sich um eine neurobiologische Entwicklungs- und Verhaltensstörung, die typischerweise in der Kindheit beginnt, bei vielen Betroffenen aber bis ins Erwachsenenalter fortbesteht oder erst im Erwachsenenalter erkannt wird. Die Ursachen sind nicht vollständig geklärt; man geht von einer Mischung aus genetischer Veranlagung und neurobiologischen Faktoren aus.
Bei Erwachsenen äußert sich ADHS oft anders als bei Kindern. Die klassischen drei Kernbereiche bleiben zwar relevant – Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität – doch die Ausprägung verändert sich mit dem Alter:
Viele Erwachsene mit ADHS erleben gleichzeitig Stimmungsschwankungen, geringe Frustrationstoleranz und Herausforderungen in Beziehungen.
Die Diagnose kann eine Herausforderung sein, weil die Symptome sich überlappen mit Stress, Depression oder anderen Belastungen. Sie setzt in der Regel voraus, dass die Symptome bereits in der Kindheit vorhanden waren, auch wenn sie damals nicht diagnostiziert wurden. Die Untersuchung besteht aus ausführlichen Gesprächen, Fragebögen und Informationen über das Verhalten in verschiedenen Lebensbereichen über einen längeren Zeitraum hinweg. Ärzte, Psychiater oder spezialisierte Psychotherapeuten sind in der Diagnosestellung erfahren.
Es gibt kein Patentrezept, das bei allen Erwachsenen gleich wirkt. Vielmehr werden häufig verschiedene Bausteine kombiniert:
Die richtige Kombination hängt von der individuellen Situation ab und sollte mit Fachpersonen abgestimmt werden.
Viele Erwachsene erleben ihre Herausforderungen lange als „persönliche Schwäche“ oder normales Stressverhalten, ohne zu ahnen, dass ADHS der Hintergrund sein könnte. Häufig wird ADHS nur im Rahmen einer anderen Diagnose oder durch Zufall entdeckt, etwa wenn jemand einem Freund beschreibt, wie es ihm geht und sich dabei wiedererkennt. Die Tatsache, dass Symptome sich im Laufe des Lebens verändern, erschwert die Erkennung zusätzlich.
ADHS prägt sich bei Erwachsenen unterschiedlich aus und kann jeden Bereich des Lebens beeinflussen – von Studium und Arbeit über Beziehungen bis hin zur Selbstorganisation. Ein Verständnis für die Symptome, eine fundierte Diagnose und eine individuell abgestimmte Unterstützung können Betroffenen helfen, ihr Potenzial besser zu nutzen und den Alltag strukturierter und entspannter zu meistern.
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