Eigene Fragen im Vorstellungsgespräch - mit diesen Bewerberfragen kannst du punkten

Kategorie: Vorstellungsgespräch

Ein Vorstellungsgespräch fühlt sich häufig so an, als würde der Personaler dich mit Fragen löchern wie den berühmten Schweizer Käse. Das ist auch kein Wunder, schließlich muss sich das Unternehmen von dir als Bewerber ein rundes Bild machen können. Gerade bei vielen Bewerbungen auf einen Job werden die einzelnen Kandidaten noch genauer unter die Lupe genommen. Angenehm ist das nicht gerade, aber das haben Vorstellungsgespräche nun einmal so an sich. Wäre es da nicht eine gute Idee, den Spieß einmal umzudrehen und deinen eigenen Fragen im Bewerbungsgespräch mehr Raum zu geben?

Klassischerweise werden Vorstellungsgespräche als eine Art Casting betrachtet, nach dem du dich glücklich schätzen kannst, ein Angebot als neuer Mitarbeiter zu bekommen. Fakt ist aber auch, dass das Bewerbungsgespräch bei diesem Unternehmen wahrscheinlich nicht das einzige ist, was du führen wirst. Genauso wie der Personaler sich für dich entscheiden muss, musst auch du dich für oder gegen diesen Job entscheiden. Egal, ob du noch fünf andere Jobs zu Auswahl hast, oder ob es das einzige Angebot ist. Auch für dich ist die Wahl eines Jobs eine wichtige Entscheidung, die du nur auf der Basis solider Informationen treffen solltest. Und was wäre besser geeignet, um diese Informationen herauszubekommen als eigene Fragen?

Natürlich solltest du als Bewerber nicht den ganzen Verlauf des Vorstellungsgespräches auf den Kopf stellen. Aber mit Bewerberfragen kannst du trotzdem eine ganze Menge erreichen, wenn du sie gezielt einsetzt und auch Tipps zur Netiquette und zum richtigen Zeitpunkt beachtest. So zeigst du dem Gegenüber, dass noch mehr in dir steckt als man aus dem Lebenslauf über dich erfährt.

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Deine Fragen, deine Vorteile: Das erzielst du mit Bewerberfragen

Bewerber müssen im Vorstellungsgespräch den schmalen Grat finden zwischen einem selbstbewussten Auftreten und gleichzeitig einer sympathischen Ausstrahlung. Wenn du die Situation in deine eigenen Hände nimmst und quasi das Unternehmen castest, kann das unter Umständen nicht so gut ankommen. Ehrlich gestellte eigene Fragen aus echtem Interesse dagegen brechen das Eis und zeigen, dass du dich wirklich mit dem Job auseinandergesetzt hast. Folgende positive Annahmen werden mit eigenen Fragen automatisch assoziiert:

  • Interesse und Engagement. Wenn du bei der berühmten letzten Frage im Vorstellungsgespräch „Haben Sie noch Fragen?“ die Haltung eines stummen Fisches einnimmst, kann vorher alles noch so gut gelaufen sein: Damit zeigst du nicht gerade deine Motivation für den Job. Als Antwort auf diese Frage sollte an dieser Stelle im Bewerbungsprozess also immer eine schlaue Frage gestellt werden.
  • Fachwissen. Auch wenn du die Antwort auf deine Frage vielleicht schon kennst, lohnt es sich, eine Frage zu einem komplizierten Thema zu stellen, die dein Fachwissen zeigt. Aber Vorsicht: Wenn dein Gegenüber keine Antwort weiß, dann beantworte deine Frage nicht selbst. Rhetorische Fragen kommen im Vorstellungsgespräch weniger gut an!
  • Kreativität. Im besten Fall stellst du als Bewerber eine Frage zu den Aufgaben, auf die der Personaler nie gekommen wäre. Das zeigt nicht nur deinen klugen Kopf, sondern auch deinen Mehrwert für das Unternehmen.
  • Selbstbewusstsein. Besonders die Gehaltsfrage zögern viele Unternehmen hinaus, um zu prüfen, ob du in der Lage bist auch schwierige Themen gelassen anzusprechen. Mit einer geschickten Vorgehensweise in dieser Situation beweist du deine Stärke.

Eigene Fragen können dir also einen Vorteil verschaffen, den selbst ein makelloser Lebenslauf nicht erreicht. Jetzt gilt es nur noch, die richtigen Fragen zu finden, mit denen du Eindruck machst.

Eigene Fragen im Vorstellungsgespräch: Die Top-4-Möglichkeiten

Im Eifer des Gefechts ist es häufig schwierig, die richtigen Fragen zu stellen. Ein wichtiger Tipp lautet daher, Fragen für das Bewerbungsgespräch vorzubereiten. Dieser Teil gehört für jeden Bewerber immer zu einer guten Vorbereitung, bei der du dich intensiv mit dem Unternehmen und den geschilderten Aufgaben auseinandersetzen solltest. Auch wenn du das bereits für deine Bewerbung getan hast, ist die intensive Vorbereitung eines Vorstellungsgespräches Pflichtprogramm für einen erfolgreichen Ablauf. Die folgenden vier Fragen geben dir als Bewerber Anhaltspunkte für eigene Ideen.

#1 Fachfragen – immer eine gute Idee!

Fachfragen kannst du ohne Bedenken während des gesamten Vorstellungsgespräches stellen. Vielleicht hast du noch Fragen zu bestimmten Aufgaben, zu Mitarbeiterbereichen oder zu einem Fachbereich des Unternehmens: Mit einer fachlich korrekten Frage punktest du an jeder Stelle und zeigst echtes Interesse für den künftigen Job.

#2 Gibt es eine Möglichkeit, Mitarbeiter kennen zu lernen oder zur Probe zu arbeiten?

Du kannst in deiner Bewerbung oder deinem Lebenslauf zwanzig Mal Motivation erwähnen und betonen, aber mit keiner anderen Frage zeigst du im Vorstellungsgespräch diese Eigenschaft so praktisch. Unternehmen schätzen Teamarbeit und eine positive Arbeitsatmosphäre sehr, weswegen du normalerweise immer die Gelegenheit bekommen solltest, deine Kollegen kennen zu lernen. Das ist auch ein wichtiger Faktor für deine persönliche Entscheidung pro oder kontra neuen Job.

#3 Die Gehaltsfrage: Ein entscheidender Punkt der Bewerbung

Wird diese Frage im Vorstellungsgespräch nicht vom Unternehmen geklärt, musst du in den sauren Apfel beißen und selbstbewusst nachfragen. Ein wichtiger Tipp: verschiebe diese Frage nicht auf später. Manche Personaler warten darauf, ob du genügend Selbstbewusstsein hast, diese Frage anzusprechen.

#4 Der weitere Verlauf: Was kommt nach dem Bewerbungsgespräch?

Auch hier lassen viele in der Schwebe, was nun mit deiner Bewerbung passiert. Trau dich genau nach dem weiteren Prozedere nach dem Vorstellungsgespräch zu fragen. Damit zeigst du auch am Ende des Gespräches, dass deine Bewerbung immer noch gültig ist und du Interesse am angebotenen Job hast. Das ist eine elegante Möglichkeit, deinen positiven Eindruck zu kommunizieren.

Keine guten Ideen: Das sind schlechte Fragen im Vorstellungsgespräch

Mit eigenen Fragen kannst du eine ganze Menge richtig machen. Genauso gut kann es aber auch passieren, dass du dich von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen manövrierst. Das gibt dem ganzen Bewerbungsgespräch im besten Fall noch einen unfreiwillig komischen Charakter, punkten wirst du damit allerdings nicht.

Achte daher darauf, die folgenden Themen zu meiden:

  • Frage nach nichts, das schon beantwortet wurde. Manche Personaler stellen das Unternehmen zu Beginn des Gespräches gerne sehr ausführlich vor. Kurz gedanklich abschweifen rächt sich hier, denn jede Information ist wertvoll! 
  • Informationen, die öffentlich auf der Website oder bereits in der Stellenanzeige zu ersehen sind, sollten ebenfalls nicht erfragt werden. Dadurch werden mangelndes Interesse und fehlende Motivation entlarvt, also keine gute Strategie.
  • Firmeninterna gehören nicht auf deine Frageliste. 

Wenn du deine eigenen Fragen auf diese drei Tabuthemen untersuchst und trotzdem noch genug Fragen hast, dann bist du auf dem besten Weg in ein wirklich erfolgreiches Vorstellungsgespräch für deinen neuen Job.

Hinweis: Unsere Artikel richten sich an alle Geschlechter. Für eine leichtere Lesbarkeit verwenden wir jedoch das generische Maskulinum. Deine stellenwerk Redaktion.


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Über die Autorin: Sofia Nelles ist waschechte Digital Native und Masterstudentin an der HAW Hamburg. Sie ist begeistert von fertigen To-Do-Listen, gutem Wetter in Hamburg und Out-of-the-Box Ideen.