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Tipps & Infos für dein FSJ, FÖJ oder BFD

  • 30.10.2020

  • Category: Jobsuche

Was früher keine Frage der Entscheidung war, stellt heute viele Abiturient*innen vor ein Dilemma: Die große Frage nach dem Danach. Es gibt so viele Möglichkeiten. Du kannst als Au Pair eine neue Sprache lernen, als Backpacker durch die Weltgeschichte reisen oder soziale Projekte unterstützen. Oder du kannst dich direkt in Deutschland sozial engagieren. Diese Möglichkeit wird für viele Abiturienten immer interessanter. Kein Wunder, denn viele Universitäten senken für Bewerber, die ein freiwilliges soziales Jahr, ein freiwilliges ökologisches Jahr oder den Bundesfreiwilligendienst absolviert haben, die Zulassungsquoten.

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Wenn du mit dem Gedanken spielst, dich vor deinem Studium oder einer Ausbildung ein Jahr lang in Deutschland zu engagieren, dann warten viele unterschiedliche Modelle auf dich. Die Klassiker im Bundesfreiwilligendienst sind das Krankenhaus oder der Kindergarten. Aber wusstest du, dass dein FSJ oder FÖJ gar nicht auf Deutschland beschränkt ist? Du kannst Erfahrungen und Punkte für deine Zulassung sammeln und trotzdem im Ausland unterwegs sein. Das Einzige, was dabei auf der Strecke bleibt, ist die Pause. Denn im Einsatz für das FSJ oder das FÖJ ist immer eine ganze Menge los.

Aber was bringt dir der Bundesfreiwilligendienst eigentlich genau, wenn du doch stattdessen auch einfach solo um die Welt reisen kannst? Wie läuft so eine Bewerbung für ein FSJ oder FÖJ genau ab und wie hoch sind die Hürden? Und was genau bedeuten überhaupt all diese Abkürzungen? Hier findest du nicht nur Informationen rund um diese Punkte, sondern auch Antworten auf Fragen, die sich angehende BFDler regelmäßig stellen. So kannst du eine gute Entscheidung treffen.

FSJ, FÖJ und BFD: Eine Definition

Wenn du dich zum ersten Mal auf die Suche nach Einsatzmöglichkeiten machst, kann die Flut an Informationen ganz schön überfordernd sein. Umso besser ist es, erst einmal den Überblick zu bekommen. Die drei folgenden Begriffe helfen dir dabei, das passende Angebot zu finden.

#1 BFD – der Bundesfreiwilligendienst

Der Begriff Bundesfreiwilligendienst ist ein Oberbegriff und umfasst viele Programme, in denen sich Bürger und Bürgerinnen, die die Pflichtschulzeit absolviert haben, engagieren können. Im Gegensatz zum FSJ oder FÖJ gibt es hier allerdings keine Obergrenze: Sogar Senioren können im Bundesfreiwilligendienst eingesetzt werden. Dein Alter, Geschlecht, Nationalität oder deine Art des Schulabschlusses ist dabei nicht wichtig.

#2 FSJ – das freiwillige soziale Jahr

Das freiwillige soziale Jahr ist ein Angebot für junge Menschen zwischen 15 und 26 Jahren. Bei diesem Freiwilligendienst arbeitest du in einer gemeinwohlorientierten Einrichtung und förderst das Zusammenleben von Menschen durch aktives Engagement. Deine Tätigkeit findet häufig in Kindertagesstätten, Krankenhäusern, Sportvereinen, politischen Organisationen oder Kulturzentren statt.

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#3 FÖJ – das freiwillige ökologische Jahr

Auch beim FÖJ geht es um Engagement, allerdings mit Bezug zur Umwelt. Die Altersgrenze entspricht der des FSJ, hier arbeitest du allerdings in Einsatzbereichen, die entweder praktisch zum Umweltschutz oder der Umweltforschung beitragen. Das kann ganz klassisch die Land- und Forstwirtschaft oder den Gartenbau betreffen, aber auch Unternehmen, Verbände und Tier- sowie Umweltschutzorganisationen bieten Plätze für ein FÖJ an.

Gründe für den BFD – mehr als nur der Lebenslauf

In der Schulzeit hegen viele große Pläne: Erst das Studium und dann die große Karriere. Ein soziales oder ökologisches Jahr ist da lediglich das fehlende Puzzleteil im großen Lebensmosaik. Allerdings teilen diese Ansicht viele BFDler, die das Jahr bereits hinter sich haben, nicht mehr. Häufig mutiert dieses eine Jahr sogar zum Wendepunkt für ganz neue Richtungen. Warum das so ist, zeigen dir die folgenden Gründe:

  • Soziales, kulturelles oder ökologisches Handeln steht bei karriereorientierten Absolventen nicht unbedingt hoch im Kurs. Genau damit wirst du allerdings ein Jahr lang konfrontiert. Das hinterlässt (positive) Spuren.
  • Praxis statt Theorie. Im BFD hilfst du praktisch mit, deine Umwelt zu verbessern. Hier erlebst du, was funktioniert und was eben auch nicht. Das hat das Potenzial, Berufswünsche über den Haufen zu werfen.
  • Du lernst neue Möglichkeiten und Berufsbilder kennen. Vielleicht hat dich eine Branche schon lange fasziniert. Aber direkt vor Ort warten noch so viele weitere Ideen, die vielleicht noch besser zu dir passen.
  • Du stehst in engem Austausch mit Menschen jeder Gesellschaftsschicht. Das verändert nicht selten Perspektiven und Motive für einen Karrierewunsch.

Der Bundesfreiwilligendienst ist nicht umsonst ein bereits lange erfolgreiches Programm, das vielen jungen Menschen den Einstieg in die Arbeitswelt erleichtert. Falls bei dir trotzdem das Fernweh aufkommt, dann kannst du auch im Ausland dein Engagement einbringen und Erfahrungen sammeln. Stellenangebote gibt es genug.

FAQ – Die Top 5 Fragen und Antworten zum FSJ/FÖJ

#1 Wie lange dauert mein Einsatz im BFD?

Klassisch dauert ein Bundesfreiwilligendienst genau ein Jahr. Je nach Einsatzstelle kannst du deine Dienstzeit allerdings auch auf sechs Monate verkürzen oder zwei Jahre verlängern.

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#2 Gibt es Ausschlusskriterien für den Einsatz?

Bis auf die Altersgrenze beim FSJ oder FÖJ gibt es keine Ausschlusskriterien. Allerdings musst du die Fristen für deine Bewerbung beachten. Die Einsatzstellen selber dagegen können bestimmte Kriterien verlangen. Häufig sind dabei zum Beispiel ein polizeiliches Führungszeugnis oder eine Ausbildung in erster Hilfe gefragt. Auch der Führerschein gehört je nach Art des Einsatzes manchmal zu den Voraussetzungen.

#3 Wie läuft eine typische Bewerbung ab?

Stellenangebote werden von den Einsatzstellen selber immer wieder veröffentlicht. Falls du dich für einen Bundesfreiwilligendienst interessierst, ist die Einsatzstellensuche über die offizielle Website der einfachste Weg. Du kannst dich aber auch direkt an einen Berater wenden oder eine Einrichtung ansprechen, die dich interessiert. Selbst wenn diese Einrichtung noch nicht offiziell anerkannt ist, kann das schnell erledigt werden. Der nächste Schritt ist die klassische Bewerbung und ein erstes persönliches Kennenlernen.

#4 Wird mein Einsatz entlohnt?

Eins ist klar: Als BFDler verdienst du dir keine goldene Nase. Für 2020 liegt die maximale monatliche Zuwendung bei 414 Euro. Zusätzlich kann dir deine Einsatzstelle Unterkunft, Verpflegung und Berufskleidung stellen. Außerdem nimmst du an kostenlosen Seminaren teil. In der Zeit des BFD entspricht deine Versicherungspflicht der eines Auszubildenden.

#5 Wie erfahre ich von Stellenangeboten im Ausland?

Der internationale Freiwilligendienst koordiniert die Vergabe von Plätzen in sozialen Projekten weltweit. Wenn du dich für einen Einsatz im Ausland interessierst, dann lohnt sich aus diesem Grund als Erstkontakt das Telefonat mit einem Berater. Hier erfährst du, wie du Stellenangebote findest und den Einsatz von der Bewerbung bis zu Anerkennung abwickelst.