Pomodoro-Technik – warum dein Wecker dein bester Freund werden sollte

Kategorie: Studentenleben

Die Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfisches beträgt sieben Sekunden. Während sich darüber viele amüsieren, ist es doch erwiesener Fakt, dass die Aufmerksamkeitsspanne von Menschen inzwischen sogar darunter liegt. Natürlich bist du schlauer als ein Goldfisch, keine Frage. Dennoch gilt es herauszufinden, wie du das mit dem Zeitmanagement in den Griff bekommen kannst. Schließlich hast du um einiges mehr zu erledigen, als der goldige Teichbewohner.

Ein verbreiteter Irrtum ist es, dass du mehr arbeiten musst, um mehr Aufgaben zu schaffen. Der Schlüssel ist nicht mehr Fleiß, sondern ein besseres Selbstmanagement. Zu diesem Thema gibt es ganze Wagenladungen voll an Sachbüchern mit unzähligen Tipps. Es gilt also, das richtige System für erfolgreiches Zeitmanagement zu finden. Die Ergebnisse und Erfahrungen vieler Nutzer sprechen dabei für die sogenannte Pomodoro-Technik. Begeisterte Anhänger der Methode versprechen sogar, dass du innerhalb der Hälfte der Zeit deine Aufgaben erledigen kannst. Kann also nicht schaden, sich diese Tipps einmal genauer anzuschauen.

Was sind eigentlich die größten Herausforderungen im Selbstmanagement? Was verspricht die Pomodoro-Technik und wie funktioniert sie genau? Ist sie praxistauglich? Und was sind die langfristigen Vorteile dieser Methode? Rund um diese Fragen findest du hier Antworten. Also, stell deinen Timer auf 25 Minuten und leg los.

Zeitmanagement: Warum ist das so schwierig?

Natürlich nimmst du dir morgens nicht vor, alle deine Aufgaben ständig zu unterbrechen und bis zum Ende des Tages nur die Hälfte zu schaffen. Im Gegenteil: Jeder geht davon aus, eine Aufgabe erledigen zu können. Wäre da nur nicht das ständig piepsende Smartphone, die kontaktfreudigen Mitmenschen oder die eigenen genialen Ideen. Wer kann sich da schon noch konzentrieren?

Die folgenden Punkte zeigen dir, warum es sehr sinnvoll ist, eine Methode zum Zeitmanagement wie die Pomodoro-Technik auszuprobieren:

  • Deadlines. Jeder kennt sie, alle hassen sie. Das Problem ist nur: Irgendwann lassen sie sich einfach nicht mehr nach hinten verschieben. Besser ist es, du hast den Überblick beim Arbeiten und weißt, bis wann du welche Aufgaben erledigt haben solltest.
  • Ablenkung durch Mitmenschen. Wir leben in einem Zeitalter der sozialen Medien. Das bedeutet aber nicht, man wäre unsozial, wenn man diese Medien mal für eine kurze Zeit nicht nutzt. Dieser Tipp ist essentiell für den Erfolg der Pomodoro-Technik.
  • Strukturiertheit. Während noch vor 20 Jahren die Aufgabenvielfalt pro Kopf durchschnittlich fünf betrug, hat sie sich heute verdreifacht. Da gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren und nicht in die Multitasking-Falle zu tappen.
  • Informationsflut. Wenn du heute etwas herausfinden möchtest, läufst du nicht mehr zur nächsten Person, sondern schaltest dein Handy ein und googelst den Sachverhalt. Da findest du aber dann plötzlich nicht nur heraus, warum Goldfische eine kurze Aufmerksamkeitsspanne haben, sondern auch, was das mit dir zu tun hat. Und schon sind 20 Minuten weg.

Du merkst, es ist alles andere als einfach, in der modernen Welt den Fokus zu bekommen und vor allem auch zu behalten. Genau aus diesem Grund kann dir die Pomodoro-Technik enorm helfen.

Die Pomodoro-Technik: Mach mal Pause!

Natürlich geht es bei der Pomodoro-Technik nicht vordergründig darum, Pause zu machen. Viel mehr geht es um die erfolgreiche Kombination aus Pause und arbeiten. So wirst du weder überlastet noch durch Überforderung gestresst und kannst trotzdem effizient arbeiten.

Mit den folgenden Tipps kannst du die Pomodoro-Technik ganz einfach selbst anwenden:

  • Notiere dir zu Beginn alle Erledigungen, die notwendig sind, um eine Aufgabe komplett zu bearbeiten. Dabei musst du kein Handbuch verfassen, sondern einfache Stichpunkte, die dich an alles erinnern.
  • Stell deinen Timer oder die rote Eieruhr der Pomodoro-Technik auf 25 Minuten.
  • Arbeite 25 Minuten lang konzentriert an den Erledigungen, die für die Aufgabe notwendig sind.
  • Wenn der Timer klingelt, hakst du alle erledigten Punkte ab und machst für 5 Minuten Pause.
  • Danach legst du wieder eine 25-Minuten-Schicht ein. 
  • Das Ganze kannst du vier Mal wiederholen und danach mindestens 30 Minuten Pause machen.

Dieses System zum Selbstmanagement ist so einfach wie genial! Fast jeder kann es anwenden, außer natürlich der arme Goldfisch, bei dem nichts mehr zu machen ist. Allerdings ist es manchmal gar nicht so einfach, die Pomodoro-Technik auch erfolgreich in den Alltag zu adaptieren.

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Praxistest: 4 Tipps für die Pomodoro-Technik im Alltag

Du kannst dir noch so motiviert einen knallroten Timer zulegen: Spätestens, wenn der erste kommunikationsfreudige Kollege um die Ecke kommt, kannst du nicht einfach verstummen. Damit du trotzdem nicht gleich aufgibst, können dir die folgenden Tipps helfen:

✓ Benutze nicht dein Smartphone als Timer, sondern lieber die gute alte Eieruhr. Ansonsten blinkt grade, wenn du die 25 Minuten einstellen möchtest, eine Nachricht auf. Dann ist es bereits um die Pomodoro-Technik geschehen.

✓ Stell dein Handy für die vollen vier Durchläufe auf Flug- oder den Nicht-Stören-Modus. So erhältst du nur wichtige Anrufe, wirst aber nicht durch Nachrichten abgelenkt.

✓ In der Bibliothek oder im Großraumbüro eignen sich wenigstens für die Übergangsphase Kopfhörer oder Ohropax. Konzentriertes Arbeiten ist bei Lärm sehr viel schwieriger.

✓ Mach in den fünf Minuten der Pomodoro-Technik wirklich Pause. Am besten gehst du kurz an die frische Luft oder schnackst mit jemandem. Auf das Handy zu schauen ist erwiesenermaßen keine Erholung!

✓ Informiere die Menschen um dich herum darüber, dass du eine neue Methode ausprobierst. Spätestens bei den Ohropax kann das sonst schnell ein bisschen falsch aufgefasst werden.

Mit diesen Tipps steht einer erfolgreichen Pomodoro-Technik nichts mehr im Wege. Wenn du jetzt voll motiviert in die Küche rennst, um die Eieruhr zu suchen, dann warte noch einen kleinen Moment. Um auch langfristig dabei zu bleiben, ist es nämlich wichtig, auch die Vorteile zu kennen.

Die Pomodoro-Technik: Das erwartet dich!

Es gibt viele Methoden, um besser zu arbeiten. Allerdings hat sich das System der Pomodoro-Technik bereits oft bewährt. Das basiert vor allem auf dem 25:5-Minuten-Prinzip aus Arbeit und Pause.

Dadurch lernst du nicht nur, deine Kontrolle über Impulse, wie zum Handy zu greifen, zurück zu bekommen, sondern auch, wie du effizient nach getaner Arbeit regenerieren kannst. Außerdem kommst du so aus gestresstem Multitasking in eine fokussierte Beschäftigung.

Das feste Gerüst wird dir dabei helfen, schnell Erfolge zu sehen. Und wenn es doch einmal schwer wird: Die 25 Minuten sind schon fast um. Genau das ist das Geniale an der Pomodoro-Technik. Von daher: Ein Hoch auf die Tomaten und Adé, kleiner Goldfisch!

Hinweis: Unsere Artikel richten sich an alle Geschlechter. Für eine leichtere Lesbarkeit verwenden wir jedoch das generische Maskulinum. Deine stellenwerk Redaktion.


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Über die Autorin: Sofia Nelles ist waschechte Digital Native und Masterstudentin an der HAW Hamburg. Sie ist begeistert von fertigen To-Do-Listen, gutem Wetter in Hamburg und Out-of-the-Box Ideen.