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Berufsorientierung: Wie du herausfindest, was du nach dem Studium wirklich machen willst

  • 07.04.2021

  • Category: Jobsuche

„Ich studiere den Ablauf von interdisziplinär gesteuerten Abläufen in Startup-Unternehmen.“
„Ich studiere makro- und mikroökonomisches Management mit Schwerpunkt Versicherung.“
„Ich studiere Jura.“

Diese drei Sätze haben eins gemeinsam: Sie könnten von dir stammen, falls du Student bist. Allerdings ist das auch die einzige Gemeinsamkeit. Während bei dir die ersten beiden Aussagen mehr Fragezeichen auslösen, als dir lieb ist, weißt du beim Stichwort Jura genau, worum es geht. Und genau darum geht’s hier.

 

blonde junge Frau von hinten zu sehen, in beiger Mütze und gestreiftem Pulli, an Abzweigung in Maisfeld stehend

Während vor wenigen Jahrzehnten der Weg nach dem Studium noch glasklar vorgezeichnet war, müssen sich heute Personaler und Absolventen erst einmal drei Stunden hinsetzen, um zu verstehen, was denn mit deinem Studiengang überhaupt gemeint ist. Stichwort Berufsorientierung im 21. Jahrhundert.

Dabei ist ein innovativer, neuartiger Studiengang nicht unbedingt schlecht. Aber er fordert dich heraus. Während Absolventen von Klassikern wie Jura, Lehramt oder Medizin als Otto-Normal-Berufseinsteiger ohne viel Gedanken in der Berufswelt landen, stehen dir so viele Türen offen, dass du manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr erkennst. Da können schon mal ganze Nachmittage frustriert enden, weil du einfach keine Jobs findest, die zu dir passen könnten.

Falls du an diesem Punkt stehst, bist du richtig hier. Vielleicht hast du dein Studium mit einer eindeutigen Vision begonnen und hast jetzt das Ziel aus den Augen verloren. Vielleicht fragst du dich aber auch, welches Arbeitsmodell zu dir passt. Oder du hast gemerkt, dass die Fachrichtung deines Studiums dir eher weniger liegt und suchst nach Alternativen. Egal, vor welcher Entscheidung du stehst: Hier findest du ein paar praktische Tipps, mit denen du nach dem Studium die Richtung einschlägst, die sich langfristig als richtig erweist.

Mindset und Berufsorientierung: Die wichtigsten Tipps

Es gibt viele Ratgeber zum Thema Bewerbungen. Und noch mehr Tipps findest du dazu, wie du dich im ersten Job so gut schlägst, dass du möglichst schnell in der Festanstellung landest. Aber wohin zieht es dich eigentlich wirklich? Die folgenden Tipps fordern dich dazu heraus, dein individuelles Ziel wiederzufinden.

  • Vor dem Studium ist nach dem Studium. Warum hast du angefangen? In den meisten Fällen ist der Grund für ein Studium das, was dich über viele Jahre am Schreibtisch gehalten hat. Und damit auch eine ziemlich gute Motivation für einen Job. Such also nochmal deine Bewerbung heraus und frag dich, ob das immer noch gilt.
  • Berufsorientierung: Einmal für immer? Für viele Berufseinsteiger ist die Aussicht, sich für die nächsten 40 Jahre festzulegen, angsteinflößend. Deswegen hilft es, die Berufsorientierung nicht als einmaliges Ereignis, sondern als Weg zu betrachten. Du kannst immer wieder neu abbiegen und verschiedene Ziele ansteuern. Eins nach dem anderen.
junges Mädchen schräg von hinten zu sehen mit großer Landkarte in der Hand, auf einer in die Ferne führenden Straße
  • Vergleich mit den Kommilitonen: Sinnvoller Wettbewerb oder Leistungsdruck? Du hängst immer noch in der Selbstfindungsphase nach dem Studium, während deine Studienbekanntschaften schon den ersten Hauskredit aufgenommen haben und gerade aus dem Karibikurlaub zurückkommen? Auch wenn das kein gutes Gefühl ist: Gute Entscheidungen brauchen Zeit. Es kommt nicht darauf an, wie schnell du in der Festanstellung landest, sondern wie lange du im Job zufrieden arbeiten wirst.
  • Werkstudentenjob, Abschlussarbeit, Festanstellung: (K)ein Weg für dich? Den idealen Weg nach dem Studium gibt es nicht. Auch wenn dich zu einem geraden Weg alle Verwandten inklusive Tante Emma beglückwünschen: Sicherheit kann zufrieden machen, muss es aber nicht.
  • Was willst du? Und was nicht? Seltsamerweise fällt es vielen Menschen einfacher, aufzulisten, was sie nicht wollen, als das, was sie wollen. Für dich bedeutet das: Liste alles auf, was in einem Job für dich gar nicht geht. Das Gegenteil davon ist das, wonach du suchst.

Mit diesen ersten fünf Tipps hast du eine gute Grundlage, um ein Bauchgefühl dafür zu bekommen, nach welchem Einsatzgebiet du suchen solltest. Manchmal sieht das vielleicht ganz anders aus, als das, was du bisher dachtest. Also lass dich überraschen: Vielleicht gibt es ja noch mehr Möglichkeiten für dich!

Alternative Wege finden: So bekommst du den Überblick

Inzwischen hast du selbst mit einem Studiengang der Humanmedizin viel mehr Auswahlmöglichkeiten deines Berufsfeldes, als noch vor wenigen Jahren. Und mit einem breiter aufgestellten Studiengang gibt es noch mehr Chancen, sogar in fachfernen Unternehmen und Organisationen eine Anstellung zu finden. Die folgenden Tipps helfen dir dabei, über den obligatorischen Tellerrand der Arbeitswelt zu schauen.

  • Frühere Absolventen befragen. Jedes Jahr gehen Dutzende, wenn nicht sogar Hunderte Absolventen auf die Jagd nach Jobs. Dabei landen die einen hier und die anderen dort. Für dich ist dieser Umstand die ideale Informationsquelle, um dich inspirieren zu lassen. Dafür kannst du zum Beispiel Absolventengruppen bei Facebook nutzen.
nahaufnahmen einer Karte, auf die jemand mit einem Finger eine Route zeigt
  • International suchen. Falls du nach deinem Studium noch frei und ungebunden in die Welt marschieren kannst, findest du nicht nur europaweit, sondern auch global viel mehr Möglichkeiten, als nur in Deutschland. Von deinem ziemlich interessanten Lebenslauf danach ganz zu schweigen.
  • Soziale Netzwerke nutzen. Auch wenn du arbeitstechnisch noch nicht in festen Händen bist: Lade deine Abschlüsse und Qualifikationen bei Xing & Co hoch. Hier schauen manchmal Personaler von potentiellen Jobs vorbei, die dir gar nicht eingefallen wären.
  • Doktor Google befragen. Auch wenn dieser Tipp eigentlich nicht nötig ist: Google doch mal statt passenden Stellenangeboten einfach deinen Studiengang. Hier findest du manchmal überraschende Ideen zu potentiellen Einsatzgebieten.
  • Offline Netzwerken. Fachmessen, Absolventenmessen, Jobmessen: Sollte Corona es noch einmal zulassen, sind diese Anlaufstellen reines Gold für deine Berufsorientierung. So viel Inspiration auf einem Fleck und meistens auch noch umsonst: Nichts wie hin!

Vielleicht hast du jetzt schon einige Idee, wie du neu auf die Suche nach einem passenden Berufsfeld gehen möchtest. Dabei gibt es aber noch einen letzten Störfaktor: Das schlanke Sparschwein nach einem langen Studium. Damit du also nicht den erstbesten Job annehmen musst, sondern dir Zeit für deinen Weg nehmen kannst, vergiss nicht, auch noch die letzten Tipps für diese Übergangsphase mitzunehmen.

Strategien nach dem Studium: Viele Wege führen zum (Traum-)Job

Das Konto ist leer, die Motivation auf dem Nullpunkt und das Interesse an den meisten Stellenanzeigen eher unterirdisch? Keine guten Voraussetzungen für einen gelungenen Start in das Berufsleben. Und genau deswegen gilt: Nimm dir Zeit. Such dir vielleicht erstmal einen Teilzeitjob, mache hier und dort ein paar Praktika in der freien Zeit, lass dich beraten und mit ganz viel Verrücktheit reist du auch noch einmal um die Welt. Mit diesen Erfahrungen im Gepäck weißt du dann in der Regel etwas mehr über dich. Und das alleine ist die Grundlage um auch den Job zu finden, der zu dir passt.