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Berufseinstieg in Zeiten von Corona: Von der Uni zum Arbeitsamt?

  • 09.03.2021

  • Category: Jobsuche

Während des Studiums ist der Berufseinstieg das ferne und gloriose Ziel, für das sich alle Mühen und Qualen lohnen. Heute mal wieder unter dem Mindestlohn gejobbt, um das Studentenfutter zu zahlen? Oder dein Kleingeld aus dem Sparschwein gezählt, um noch eine Tüte Nudeln zu holen? Bei der neuen Lieblingsjeans drei Mal hin und her gerechnet? Was für viele Studenten Normalität bedeutet, verändert sich mit dem Berufseinstieg schlagartig. Und nicht nur die finanzielle Seite wartet auf die Flut, auch auf lerntechnischer Ebene kannst du es kaum erwarten, dass die letzten Prüfungen und Klausurenphasen am Horizont verschwinden.

Student mit Maske steht draußen vor Büro mit Drehtür

Und dann tritt Corona auf den Plan. Dein Berufseinstieg dagegen eher weniger. Und seien wir ganz ehrlich, bei aller Nächstenliebe und aller Geduld: Manchmal fühlt sich das einfach unfair an. Da hast du jahrelang gelernt und geschuftet, nur damit ein mieses Virus deine ganzen Pläne zunichte macht. An dieser Stelle: Dich mit Pizza und Taschentüchern auf ein verregnetes Fensterbrett zu verkrümeln und Corona einfach mal sonst wohin zu verwünschen, ist okay. Selbst Arbeitsamt auf Zeit ist okay. Aber wenn die letzten Krümel der Pizza dann aufgegessen sind, der Regen sich verzogen hat und du deine Motivation wiedergefunden hast, solltest du wissen, dass trotz Corona viele Möglichkeiten zum Berufseinstieg auf dich warten.

Und genau deswegen liest du diesen Artikel. Hier findest du nicht nur Antworten auf die schwierigsten Hürden, die Berufseinsteiger während der Pandemie zu meistern haben, sondern bekommst auch ein paar praktische Ideen an die Hand, um Kompromisse mit der Situation zu schließen. Denn eines hilft gerade weder Otto-gestresst-Berufseinsteiger, noch irgendjemand anderem: Perfektionismus. Zu guter Letzt warten deswegen noch ein paar Tipps auf dich, wie du deine Zeit des Ausgebremst Seins vor dem Berufseinstieg für dich nutzen kannst. Also, lehn dich zurück, schnapp dir den Pizzakarton und erlaube dir, wieder von deiner Karriere zu träumen. Post-Corona wird kommen. Bist du bereit?

TOP 5 Hürden beim Berufseinstieg: So kannst du sie meistern

Alles ist in Zeiten von Corona schwieriger. Schnell entsteht ein Gefühl der Überforderung und Pläne werden über den Haufen geworfen, die eigentlich gar nicht so schlecht sind. Um hier keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen, die deinen Berufseinstieg negativ beeinflussen, findest du im Folgenden die häufigsten Probleme, vor denen Berufseinsteiger stehen. Vielleicht findest du dich ja wieder?

#1 Umzug während der Pandemie: Keine gute Idee

Du hast direkt vor Ort keine Jobzusage bekommen und das einzige Stellenangebot, dass dir vorliegt, befindet sich am anderen Ende des Landes? In einer solchen Situation ist gerade in Zeiten von Corona Vorsicht angesagt. Forscher haben herausgefunden, dass sowohl ein neuer Job, als auch ein Umzug zu den größten Stressfaktoren zählen. Beides zusammen hat das Potenzial, dich aus der Bahn zu werfen und deinen Berufseinstieg zu sabotieren. Für eine Notlösung umzuziehen, solltest du dir deswegen besser gut überlegen. Abwarten ist da manchmal die bessere Alternative.

#2 Corona und der Stellenmarkt: Keine Jobs in Sicht

Viele Unternehmen haben aktuell genug damit zu tun, sich über Wasser zu halten. Da geraten Stellenausschreibungen eher an das untere Ende der Nahrungskette. Für dich als Berufseinsteiger in bestimmten Branchen bedeutet das Flaute. Hier lohnt es sich, mal über den Tellerrand zu schauen und vielleicht auch einen Job im Einzelhandel, gefragten Dienstleistern oder auch im Gesundheitsdienst anzunehmen, der eigentlich nicht auf deiner Wünsch-dir-was-Liste ganz oben stand. Nach Corona kannst du schließlich immer noch wechseln und bringst so vielleicht auch neue Perspektiven und Ideen mit in dein Fachgebiet.

#3 Finanzielle Unsicherheiten durch Corona: Setz auf Nummer sicher

Gerade nach der Uni warten ein paar Investitionen auf frischgebackene Absolventen, auf die du dich vielleicht schon lange gefreut hast. Endlich ein eigenes Auto, raus aus dem Wohnheim und wie wäre es außerdem mit einem neuen Rechner, der die alte Studenten-Möhre ersetzt? Hier lohnt es sich, dein Low-Budget noch ein bisschen fortzuführen. Finanzielle Unsicherheiten bedeuten einen zusätzlichen Stressfaktor, den du während Corona wirklich nicht gebrauchen kannst. Bis zum ersten Gehalt gilt daher: Wirtschafte mit dem, was du hast.

 

#4 Job weg, Stellenanzeige weg, Wohnung weg: Was jetzt wirklich hilft

Die Zeit nach dem Studium ist voller Umbrüche. Du musst raus aus dem Studentenwohnheim, kannst nicht mehr als Werkstudent weiterarbeiten und andere Möglichkeiten tun sich auch nicht auf. Das ist eine auf vielen Ebenen herausfordernde Situation. Das Einzige, was dabei hilft, ist den Druck rauszunehmen. Auch wenn du dein Studium als Jahrgangsbester gemeistert hast, musst du nicht nahtlos an deine Erfolge trotz Pandemie anknüpfen. Deine Zeit wird schon noch kommen. Und auch für die Otto-Durchschnittsstudenten: Hier gilt dasselbe. Corona ist ein Marathon, kein Sprint.

#5 Internationaler Berufseinstieg: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Gerade für Berufseinsteiger, die bereits ein tolles Jobangebot im Ausland auf dem Tisch haben, ist die Pandemie besonders deprimierend. Keiner weiß so genau, wie sich die Schließungen entwickeln und ab wann es wieder sicher wird, zu reisen. Solltest du dich hier wiederfinden, dann kann dir nur geraten werden, deine Türen möglichst offen zu halten. Irgendwann darfst du wieder los und bis dahin kannst du vielleicht sogar Geld zurücklegen und andere Erfahrungen sammeln.

Arbeitsamt oder lieber nicht? Das sind deine Möglichkeiten

Hand aufs Herz: Es gibt viel mehr Absolventen, die ein paar Monate nach ihrem Abschluss mit staatlichen Zuschüssen überbrücken, als angenommen wird. Und obwohl dieser Gang völlig legitim ist, gibt es auch andere Möglichkeiten, deine Zeit der Arbeitslosigkeit produktiv zu nutzen. Denn gerade während der Pandemie ist es gut für die mentale Gesundheit gebraucht zu werden.

  • Bezahlte Praktika. Dein favorisiertes Unternehmen schreibt während der Pandemie keine Stellen aus? Dann schreib doch eine Initiativbewerbung für ein Praktikum und biete deine Unterstützung an. Mit einem guten Deal sicherst du dir nicht nur ein paar Notkröten sondern auch den berühmten Fuß in der Tür.
  • Aushilfsjobs im Einzelhandel. Bei Aldi Kisten zu verräumen oder im Edeka an der Kasse zu sitzen, hat noch niemanden geschadet. Am aller wenigsten deinem Sparschwein. Außerdem sammelst du so wertvolle Eindrücke für deinen späteren Berufseinstieg.
  • Remote Jobs. In den eigenen vier Wänden Geld zu verdienen, war noch nie einfacher, als in Zeiten von Corona. Mit ein bisschen Fantasie kannst du vielleicht schon bald als virtuelle Assistenz, Korrekturleser oder sonstiges deinen Lebensunterhalt bestreiten.
  • Agentur für Arbeit: Lass dich vermitteln. Wenn du auf Jobbörsen nichts findest, haben die Mitarbeiter der Agentur für Arbeit noch andere Kontakte und Möglichkeiten. Hier kommst du schnell und unkompliziert an einen Termin, bei dem dir neue Türen geöffnet werden.

Mit diesen Tipps für deinen Berufseinstieg trotz Corona haben sich vielleicht schon ein paar dunkle Wolken gelichtet. Die Situation zu nutzen, statt sie zu verwünschen, ist der erste Schritt, um deinen Berufseinstieg auch in unseren Zeiten zum Erfolg zu machen. Und falls alle Stricke reißen: Kein Baum wächst bis zum Himmel. Irgendwann ist auch die Zeit von Corona abgelaufen. Viel Erfolg!