Bewerbung schreiben: Die wichtigsten Tipps und Tricks (inkl. Muster und Vorlagen)

Kategorie: Bewerbung

Es gibt Menschen, denen fließen Ideen und schlaue Worte schneller aus der Feder als Wasser in ein Trinkglas. Andere wiederum brauchen Stunden, bis sie auch nur mit ein paar Sätzen einigermaßen zufrieden sind. Wenn zusätzlich noch der Druck dazu kommt, mit Worten überzeugen und etwas bewegen zu müssen, dann kann das ganz schön herausfordernd sein. Genau darum geht es bei einer Bewerbung. Hier gibt es keine Möglichkeit, den ersten Eindruck durch lange Erklärungen zu verbessern. Worte und Fakten sind das, was den Personaler überzeugen muss, damit du eine Runde weiterkommst.

Bei der Bewerbung um einen Aushilfsjob ist das vielleicht noch nicht so tragisch, aber spätestens, wenn es um deinen Traumjob geht, wird jedes Wort auf die Goldwaage gelegt. Die gute Nachricht lautet: Für ein interessantes Bewerbungsschreiben musst du nicht Shakespeare oder Goethe mit Nachnamen heißen. Jeder kann mit den richtigen Tipps und Tricks seine Bewerbung so gestalten, dass genau die Informationen im Unternehmen ankommen, die du auch vermitteln möchtest.

Genau diese Tipps findest du hier. Egal, ob es um den Lebenslauf geht, das Bewerbungsschreiben oder den generellen Aufbau deiner Bewerbung. Bevor du dich an den Schreibtisch setzt und an die Arbeit machst, lohnt es sich, etwas Zeit in die Wissenschaft der überzeugenden Bewerbungen zu stecken. Was verrät dir eigentlich das Stellenprofil über die bestmögliche Ausrichtung deiner Bewerbung? Gibt es Fehler, die du unbedingt vermeiden solltest? Wie motivierst du dich trotz einer Flut an Absagen? Diese und viele weitere Fragen werden dir hier beantwortet. So gehst du mit einer klaren Vorstellung über die Wirkung deiner Bewerbung an das nächste Stellenangebot heran. 

Inhalt

  1. Die Bewerbungsunterlagen: Hast du an alles gedacht?
  2. Deckblatt: Top oder Flop? Deine Entscheidung!
  3. Bewerbungsschreiben: Beachte diese vier Regeln
    Muster zum Download 
  4. Der Lebenslauf: Lücken, Inhalt, Tipps und Tricks
  5. Das perfekte Bewerbungsfoto: Darauf solltest du achten
  6. Gehaltsvorstellung und frühestmöglicher Einstiegstermin: Richtig kommunizieren
  7. Das Anforderungsprofil in Stellenanzeigen: Keine Panik
  8. Anlagen & Zeugnisse: So gehst du effektiv vor
  9. Typische Fehler in Bewerbungsschreiben: Besser vermeiden
  10. Nach der Bewerbung ist vor der Bewerbung: Wann darfst du nachfragen?
  11. Nicht aufgeben: So gehst du mit Absagen um

 

 1. Die Bewerbungsunterlagen: Hast du an alles gedacht?

Noch vor einigen Jahren war ein Bewerbungsschreiben so starr aufgebaut, dass du eine einzige Checkliste für die gleiche Bewerbung sowohl bei einer Pommesbude als auch bei einem internationalen Unternehmen hättest verwenden können. Inzwischen gibt es viele verschiedene Formate: Kurzbewerbungen, Onlineformulare, Bewerbungen per Mail, Videobewerbungen, Castings und noch mehr. Trotz dieser Vielfalt wird, soweit vom Unternehmen nicht anders verlangt, meistens die klassische Variante gewählt, auch wenn es sich dabei in der Regel um eine rein digitale Version handelt. Folgende Dokumente und Unterlagen machen eine vollständige Bewerbung aus:

  • Das Anschreiben. Dieses Dokument ist das erste Blatt deiner Unterlagen. Hier stellst du in knappen Worten heraus, wer du bist, warum du dich bewirbst und welche Qualifikationen du mitbringst. Meistens entscheiden diese Worte bereits, ob du weiterhin im Rennen bleibst.
  • Ein Deckblatt. Sinn und Nutzen dieses Dokuments muss individuell eingeschätzt werden. Wichtig sind eine korrekte Nutzung und Verwendung, damit deine Mühe nicht als Staubfänger dient.
  • Der Lebenslauf. Als zweite Seite hilft diese Übersicht dem Personaler dabei, dich in deiner beruflichen Situation besser einzuordnen und deine Kompetenzen einzuschätzen. Lebenslauf und Anschreiben sind der zentrale Zweiklang jeder Bewerbung.
  • Das Bewerbungsfoto. Manche Unternehmen verzichten extra auf diese Anforderung und erwähnen das in der Stellenanzeige. Sollte das nicht der Fall sein, ist ein professionell eingebundenes Foto in der Bewerbung immer von Vorteil.
  • Zeugnisse und Zertifikate. Alle Angaben im Lebenslauf sollten durch entsprechende Dokumente belegt werden können. Falls du bereits viele Weiterbildungen absolviert hast, lohnt sich eine Auswahl, die immer im Bezug zum angestrebten Job stehen sollte.
  • Die dritte Seite. Besonders für Bewerber und Bewerberinnen mit viel Erfahrung und speziellen Fertigkeiten kann sich diese Möglichkeit lohnen. Ein Kompetenzprofil, ein persönliches Referenzschreiben einer Fachperson oder eine Darstellung beruflicher Erfolge kann durchaus sinnvoll sein.

Diese fünf bzw. sechs Punkte sind die klassischen Inhalte einer Bewerbung, die die meisten Unternehmen von ihren Kandidaten erwarten. Vergiss aber auch nicht, die Stellenanzeige gründlich zu lesen und so zu erfahren, ob vielleicht doch noch andere Dokumente erforderlich sind.

 2. Deckblatt: Top oder Flop? Deine Entscheidung!

Viele Bewerber denken beim Deckblatt rein an dekorative Zwecke. Und tatsächlich: Gerade bei Bewerbungen in kreativen Unternehmen ist der ästhetische Teil einer Bewerbung auch ein wichtiger Teil des Gesamteindrucks. Ein Deckblatt hat trotzdem aber eigentlich die Funktion, dem Personaler die Sortierung deiner Unterlagen zu erleichtern. Damit du gleich beide Ziele erreichst, solltest du immer darauf achten, folgende Angaben auf deinem Deckblatt zu machen:

  • Nenne die angestrebte Position. Besonders in großen Unternehmen wird selten nur eine einzige Stelle ausgeschrieben. So erkennt dein Leser gleich, worum es dir geht und spart Zeit. Ein großer Pluspunkt.
  • Dein zukünftiger Arbeitgeber. Der Bezug zum Unternehmen ist der Dreh- und Angelpunkt jedes erfolgreichen Bewerbungsschreibens. Sobald du daher die Möglichkeit hast: Erwähne den Namen der Firma.
  • Deine Berufsbezeichnung. Das ist zwar bei Studiengängen, die man in keinem Lexikon findet, nicht die einfachste Aufgabe, aber es hilft, dich direkt einzuordnen. Ein Tipp: Google die Berufsbezeichnungen von ähnlichen Sparten.
  • Das Bewerbungsfoto. Kein Muss, aber besonders bei einer professionellen Vorlage ein interessantes Detail. Achte darauf, das Bewerbungsfoto nicht allzu prominent einzubinden. Direkt neben deiner Berufsbezeichnung ist eine dezente Wahl.
  • Die eigenen Kontaktdaten. Hier sollte nicht nur einmal, sondern am besten dreimal Korrektur gelesen werden. Einen Job wegen einem Zahlendreher nicht zu bekommen, ist mehr als ärgerlich.
  • Eine Inhaltsangabe der Bewerbungsunterlagen. So erfährt der Leser direkt, was ihn erwartet. Das hat einen ähnlichen Effekt wie bei einer Präsentation: Du bereitest dein „Publikum“ vor.

Mit diesen Angaben auf deinem Deckblatt machst du immer einen professionellen und organisierten Eindruck, vorausgesetzt du verwendest eine makellose Vorlage. Dennoch ist ein Deckblatt nicht das zentrale Element: Du entscheidest selbst, ob du mit oder ohne besser zurechtkommst.

 3. Bewerbungsschreiben: Beachte diese vier Regeln

Jetzt weißt du, was alles in eine Bewerbung gehört und wann sich ein Deckblatt lohnt. Oder auch nicht. Nun geht es daran, konkret die Unterlagen zu verfassen. Das ist meistens der kritischste Punkt. Nicht selten sitzen Kandidaten eine Stunde vor einem leeren Blatt, bis schließlich irgendwelche Vorlagen und Musteranschreiben aus dem Internet mehr oder weniger übernommen werden. Das ist keine gute Idee. Schließlich kannst du nur mit einem individuellen und einzigartigen Anschreiben wirklich punkten. Und das ist mit den folgenden Tipps gar nicht so schwer:

  1. Was hat bei dir den Ausschlag gegeben, eine Bewerbung zu verfassen, nachdem du die Stellenanzeige gelesen hast? Welche Für- und Wider-Argumente hast du in diesem Moment gegeneinander abgewogen
  2. Was interessiert dich besonders am Arbeitgeber? Gibt es irgendwelche Benefits, Strukturen oder Fördermöglichkeiten, die dieses Angebot für dich besonders machen?
  3. Warum denkst du, dass genau du und nicht die anderen Bewerber für diese Position geeignet bist? Was bringst du an den neuen Arbeitsplatz mit, was andere Kandidaten vielleicht nicht haben?
  4. Welche Anforderungen aus der Stellenanzeige erfüllst du? Sind die genannten Rahmenbedingungen auch das, was du dir von einem neuen Arbeitsverhältnis wünschst? Gibt es Punkte, die du noch klären möchtest?

Zu allen vier Punkten kannst du dir stichpunktartig Notizen machen. Dabei kommt es weder auf eine hervorragende Formulierung, noch auf einen roten Faden an. Aus diesen Notizen, die gut und gerne zwei Seiten füllen können, kannst du dir nun eine Strategie herausarbeiten, mit der du die typischen Fragen „Wer bist du?“, „Was ist dein Ziel?“ und „Warum dieses Unternehmen?“ beantwortest. Mit diesem Stapel an Notizen ist es nur noch ein kleiner Schritt bis hin zum ausformulierten Text. So verfasst du zwar keine Prosa, dafür aber ein solides Anschreiben, das genau das vermittelt, was dir im Bezug auf die Bewerbung durch den Kopf geht.

 4. Der Lebenslauf: Lücken, Inhalt, Tipps und Tricks

Die Einen finden das Bewerbungsschreiben schwierig, die anderen haben mit der Erstellung eines aussagekräftigen Lebenslaufs ihre Probleme. Im besten Fall ergänzen sich die beiden Dokumente lückenlos, sodass beim Personaler ein rundes Bild deiner beruflichen Situation und deines Bewerbungswunsches entsteht. Manchmal ist das aber gar nicht so einfach, besonders wenn es Lücken gibt, Berufserfahrung fehlt oder eine ganze Liste an praktischer Erfahrung in maximal zwei kurzen Seiten ausgeführt werden will. Die folgenden Tipps helfen dir dabei, den Aufbau deines Lebenslaufes so optimal wie möglich zu gestalten:

  • Verwende Mustervorlagen aus dem Internet. Du kannst dabei etwas tiefer in die Tasche greifen, aber auch kostenlose professionelle Muster finden. So ersparst du dir den Kampf mit Word und Excel. Diese Nerven hebst du dir besser für das Vorstellungsgespräch auf.
  • Je nachdem, ob du dich mit weniger Berufserfahrung direkt nach der Ausbildung oder dem Studium bewirbst, oder ob du bereits einige Jahre im Berufsleben hinter dir hast, solltest du überlegen, ob deine Praxiserfahrung oder deine Ausbildung im Vordergrund stehen sollte. In beiden Fällen ist eine antichronologische Darstellung die beste Variante.
  • Ein Lebenslauf mit der Möglichkeit einer individuellen Zieldefinition ist eine hervorragende Möglichkeit, um den Blick des Lesers nach dem Anschreiben direkt von Anfang an in die richtige Richtung zu lenken.
  • Lücken im Lebenslauf sind nicht dramatisch. Die Zeiten, in denen direkt auf einen Abschluss die jahrzehntelange Anstellung in einem Unternehmen folgen, sind vorbei. Wichtig ist nur: Erkläre, wofür du diese Zeit genutzt hast. So können Lücken sogar zu deinem Vorteil werden.
  • Vergleiche den fertigen Lebenslauf mit deinem Bewerbungsschreiben und achte darauf, dass alle Angaben und Zeiten zueinander passen. Auch wenn es sich nur um einen Tippfehler handelt: Ein aufmerksamer Leser bemerkt Unstimmigkeiten schnell.

Mit dem richtigen Muster lösen sich viele Probleme von selbst auf, du musst nur noch die passenden Zeiten und Daten eintragen. Deswegen gilt: Investiere lieber mehr Zeit in die Suche nach einer geeigneten Vorlage, als Stunden mit der Formatierung zu verbringen. Zusammen mit den restlichen Tipps erstellst du so einen Lebenslauf, den du auch bei anderen Bewerbungen mit minimalen Änderungen wiederverwenden kannst. So geht Recycling in Sachen Bewerbungsprozess!

 5. Das perfekte Bewerbungsfoto: Darauf solltest du achten

Bewerbungsfotos ordnen sich vom Beliebtheitsgrad direkt hinter Passfotos ein. Die meisten Kandidaten bringen daher den Gang zum Fotografen lieber direkt hinter sich und heften das beste Exemplar irgendwo möglichst versteckt in den Unterlagen ab. Dabei gibt es inzwischen viele Möglichkeiten, dich so ablichten zu lassen, dass du dein Foto am liebsten im Vollformat als Deckblatt verwenden würdest (was keine gute Idee ist). Mit ein paar simplen Tricks und dem richtigen Fotografen wirst du in Zukunft alle deine Bewerbungsschreiben mit Fotos pflastern wollen:

  • Lass dir Zeit bei der Auswahl des richtigen Fotostudios. Es ist teurer, mehrere Shootings zu bezahlen, weil du mit dem Ergebnis nicht zufrieden bist, als einmalig für die nächsten zehn Jahre zu investieren. Wenn du dich auf Anhieb in den Räumlichkeiten wohlfühlst, bist du im richtigen Studio angekommen.
  • Achte darauf, ein Angebot zu buchen, bei dem du unter möglichst vielen Exemplaren auswählen kannst. Zwar spielt auch die Kunst des Fotografen eine große Rolle, aber wirklich gute Bilder entstehen nicht nach zehn Auslösern.
  • Probiere bereits zuhause mehrere Outfits an und versuche dich selbst an Probebildern. Manchmal fühlst du dich rundum wohl in deinen Klamotten, aber auf dem Bewerbungsbild sieht dein Outfit gar nicht vorteilhaft aus. Oder andersherum. Daher: Lieber nichts riskieren!
  • Kurz vor dem Termin gilt: Raus aus der Sonne oder dem Solarium, keine wilden Experimente mit Haaren und Make Up und vor allem: Fahr nicht mit dem Fahrrad zum Shooting. Mit einem roten Kopf und Cabriofrise lässt sich nichts reißen.

Neben diesen Tipps hilft vor allem eins: Deine eigene Übung vor dem Spiegel. Wenn du nicht gerade hauptberuflich als Model arbeitest (dann kannst du diesen Teil auch überspringen), wird es ungewohnt sein, vor der Kamera zu stehen. Mit Freunden und Familie zu üben, nimmt die Nervosität und hat letztlich einen positiven Effekt auf die Bilder.

 6. Gehaltsvorstellung und frühestmöglicher Einstiegstermin: Richtig kommunizieren

Manchmal entdeckst du das perfekte Jobangebot. Und dann kommt der Haken: Der Einstiegstermin liegt vor deiner Kündigungsfrist. Oder viel zu weit in der Zukunft. Oder es ist kein Gehaltskorridor angegeben und du möchtest dich nicht mit einer falschen Angabe aus dem Rennen katapultieren. Hier gibt es viele Hindernisse und Stolpersteine.

Die gute Nachricht ist: Der Einstiegstermin ist meistens nicht das ausschlaggebende Kriterium. Und das Gehalt lässt sich verhandeln, wenn du dich nicht gerade bei der berühmten Pommesbude bewirbst. Wichtig ist nur, das Ganze so schlau anzugehen, dass du verhandlungsfähig bleibst und gleichzeitig deine eigenen Schmerzgrenzen wahrst.

Beim Einstiegstermin ist das in der Regel gar nicht so schwer. Jedes Unternehmen sollte Verständnis dafür haben, dass du dein aktuelles Arbeitsverhältnis ordnungsgemäß beenden möchtest. Sollte das mit dem gewünschten Eintrittsdatum aus der Stellenanzeige kollidieren, hilft eine offene Ansprache im Anschreiben. Und falls du schon früher anfangen möchtest: Noch besser. 

Die Gehaltsverhandlung dagegen hat es in sich. Trotzdem ist hier auch eine Chance für dich versteckt, den Arbeitgeber besser kennen zu lernen. Denn die Höhe der Entlohnung ist gleichzeitig auch ein Maßstab für die Wertschätzung, die ein Unternehmen seinen Mitarbeitern entgegenbringt. Lass dich also nicht stressen, sondern finde mit den folgenden Tipps heraus, was dein individueller Marktwert ist:

  • Vergleiche die Stationen deines Lebenslaufes mit ausgeschriebenen Stellen im Internet und nutze Vergleichsportale, um dein branchenübliches Gehalt zu ermitteln.
  • Recherchiere auch unternehmensbezogen nach üblichen Gehältern. Je nach Größe, Standort, Branche und Stand des Unternehmens am Markt, können die Gehälter stark variieren.
  • Wie viel Berufserfahrung bringst du mit? Es gibt große Unterschiede zwischen Berufseinsteigern und erfahrenen Fachkräften. Zu hoch oder zu niedrig zu pokern, kann schnell das Aus bedeuten.
  • Versuche mit Arbeitnehmern in ähnlichen Positionen ins Gespräch zu kommen. So erfährst du am besten, wo eine realistische Gehaltsvorstellung liegt.
  • Lege deine persönliche Schmerzgrenze fest. Der Spielraum zwischen deinem Wunschgehalt und dieser Schmerzgrenze ist dein Verhandlungskorridor.

Nun gilt es, diese beiden Angaben klar und sachlich im Bewerbungsschreiben zu formulieren. Das machst du am besten gegen Ende des Anschreibens, kurz vor der Grußformel oder deinem Wunsch nach einem persönlichen Gespräch. Knapp, deutlich und ohne Schnörkel ist die beste Vorgehensweise.

 7. Das Anforderungsprofil in Stellenanzeigen: Keine Panik

Wenn Personaler in einer Kategorie Nachhilfe bräuchten, dann wäre es im Verfassen von realistischen Stellenanzeigen. Du als Bewerber kannst schnell den Eindruck bekommen, dass du als keine eierlegende Wollmilchsau sowieso in der Pommesbude landest. Mindestens zehn Jahre Berufserfahrung, Führungsqualitäten, eine Doktorarbeit und vor allem eine ganze Menge Persönlichkeit. Und das bitte direkt nach deinem Studienabschluss.

Die Entscheidung, ein Bewerbungsschreiben zu verfassen, ist nach so einer Stellenanzeige gefühlsmäßig mit der Vorbereitung zu einer Mondlandung zu vergleichen. Deswegen ist es eine gute Idee, einmal herauszufinden, was Personaler mit dieser Liste an Anforderungen eigentlich bezwecken wollen.

  • Gerade große, international ausgerichtete Unternehmen erhalten auf Stellenausschreibungen manchmal mehrere hundert Anschreiben. Eine lange Liste an Anforderungen dient da als kleine Vorauswahl: Wer sich trotzdem noch bewirbt, der ist die Zeit auch wert.
  • Unternehmen versuchen, ihre Stellen bestmöglich zu besetzen. Das kannst du mit einem Autokauf vergleichen. Da listest du auch erstmal alle Wunschanforderungen auf. Welches du dir dann tatsächlich leisten kannst, ist eine ganz andere Geschichte.
  • Nicht alle Anforderungen in einem Stellenprofil sind Muss-Anforderungen. Das erkennst du an Formulierungen wie „wünschenswert“ oder „idealerweise“. Bei Formulierungen wie „unbedingt erforderlich“ oder „Voraussetzung“ dagegen, wird sich deine Mühe bei fehlenden Kompetenzen kaum lohnen.

Es gilt also, deinen Blick auf das Anforderungsprofil in Stellenanzeigen zu verändern. Auch wenn du nicht alles mitbringst, bedeutet das nicht automatisch, dass du keine Chance hast. Im Gegenteil: Vielleicht bringst du stattdessen eine Qualifikation mit, die das Unternehmen auch sehr gut nutzen kann? Falls du also alle Muss-Voraussetzungen erfüllst: Nur Mut, mehr als schief gehen kann es nicht!

 8. Anlagen & Zeugnisse: So gehst du effektiv vor

Alle Angaben aus dem Bewerbungsschreiben und Lebenslauf sollten idealerweise auch durch Anlagen und Zeugnisse belegt werden. Was aber, wenn du bereits ein paar Jahre Berufserfahrung mit etlichen Weiterbildungen hinter dir hast? Oder wenn du ein drei Seiten langes Anschreiben verfassen könntest, weil du schon während des Studiums oder der Ausbildung auf Zusatzzertifikate Wert gelegt hast? Wie triffst du eine Auswahl, die genau zu deinem angestrebten Job passt und nicht den ganzen Bewerbungsaufbau durcheinanderwirft?

Fakt ist: Ordnerweise Anlagen und Zertifikate verbessern deinen Wert als Kandidat nicht. Im Gegenteil. Manche Arbeitgeber versuchen ihre Mitarbeiter durch kostenlose Weiterbildungen zu besserer Arbeit zu motivieren. Es gilt daher, nur Zertifikate von Weiterbildungen zu verwenden, die du auch tatsächlich in deinem Bewerbungsschreiben erwähnen möchtest und die in direktem Bezug zum angestrebten Job stehen.
Ein weiterer Tipp ist es, deine Auswahl mit einer geeigneten Person zu besprechen. Würde sie dieselben Zeugnisse und Anlagen auswählen wie du? Entsteht genau der Eindruck, den du auch angestrebt hast? Manchmal ist die eigene Motivation durchaus positiv, aber dein Gegenüber nimmt deine Auswahl ganz anders aus.

Wenn du dagegen nur wenige Zeugnisse und Zertifikate vorweisen kannst, sei es, weil du gerade deinen Abschluss gemacht hast oder weil du vollauf mit deiner Arbeit beschäftigt warst, dann sind Arbeitsproben eine interessante Alternative. In welchen Projekten warst du erfolgreich involviert? Auf welche Ergebnisse bist du stolz? Auch erfolgreiche Zielerreichungsgespräche, die protokolliert worden sind, können bei Bewerbungen gute Dienste leisten. Trau dich also, auch ungewöhnliche Wege zu gehen und erwähne deine protokollierten Erfolge bereits im Anschreiben.

 9. Typische Fehler in Bewerbungsschreiben: Besser vermeiden

Jeder Kandidat versucht, sich mit seinem Anschreiben und den restlichen Unterlagen bestmöglich zu präsentieren. Deswegen kann eine Bewerbung auch schon einmal mehrere Stunden in Anspruch nehmen, bis sie abgeschickt werden kann. Ärgerlich wäre es, wegen unabsichtlicher Fehler trotzdem aus dem Rennen geworfen zu werden. Selbst wenn du die besten Absichten hast, kann es nämlich trotzdem passieren, dass dir die folgenden Fehler unterlaufen:

  • Mangelnde Beantwortung von Fragen aus der Stellenanzeige. Unternehmen wollen vor allem eins wissen: Würde der Kandidat zu den genannten Konditionen den Job antreten? Erst wenn diese Frage im Anschreiben positiv beantwortet werden kann, findet eine engere Auswahl statt. Achte also darauf, klare Angaben zu Fragen wie Gehaltsvorstellung, Eintrittstermin und andere Rahmenbedingungen zu machen.
  • Rechtschreibfehler. Du kannst noch so qualifiziert sein: Diese kleinen Fehler haben einen großen Einfluss auf den Leser. Lass dein Bewerbungsschreiben deswegen lieber gleich zweimal gegenlesen.
  • Fehlender Ansprechpartner und mangelnde Firmenkenntnis. Warum wolltest du nochmal genau in diesem Unternehmen arbeiten? Die Mindestrecherche schließt auch deinen Ansprechpartner mit ein. Nur so kannst du zielgerichtet argumentieren.
  • Phrasen und Floskeln. Dieser Fehler ist so typisch, wie die Phrasen selbst. Gerade bei Softskills listen Bewerber gerne die beliebten Schlagwörter: Zuverlässig, teamfähig und motiviert im Anschreiben auf. Die Frage ist aber viel eher: Warum denkst du, dass du das bist? Versuche dich an konkreten Beispielen.

Klare Angaben, ein fehlerfreies Bewerbungsschreiben, Firmenkenntnis und detaillierte Angaben sind das, was deine Bewerbung auszeichnen sollte. Der beste Tipp ist aber immer noch, eine unbeteiligte Person gegenlesen zu lassen. Wenn jemand, der absolut keine Ahnung hat, versteht, worum es dir geht, dann hast du alles richtig gemacht.

10. Nach der Bewerbung ist vor der Bewerbung: Wann darfst du nachfragen?

Der gesamte Bewerbungsprozess ist vor allem von einer Tätigkeit geprägt: Warten. Warten auf das perfekte Jobangebot. Auf die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Auf das Vorstellungsgespräch. Auf die Zusage. Es vergehen Wochen, in denen deine Nerven ordentlich trainiert werden.

Manchmal ist aber auch der Zeitpunkt überschritten, bis zu dem du geduldig abgewartet hast. Nach dem Absenden deines mühsam ausgearbeiteten Anschreibens bleibst du wochenlang ohne jedes Lebenszeichen des Unternehmens. Oder nach einem Vorstellungsgespräch, bei dem du eigentlich schon so gut wie eingestellt warst. Wie gehst du in dieser Situation geschickt vor, ohne unhöflich zu erscheinen?

Zuerst einmal: Nachfragen zu einem geeigneten Zeitpunkt ist kein Beinbruch und durchaus legitim. Es gehört zum guten Ton eines Unternehmens, Bewerberinnen und Bewerber nicht warten zu lassen. Deine Erkundigung zeigt also nur berechtigtes Interesse und Engagement. 

Nach dem Absenden deiner Bewerbungsunterlagen: Wann nachfragen?

Etwa zwei Wochen nach dem Absenden deines Anschreibens ist ein guter Zeitpunkt, sich zu erkundigen, ob das Unternehmen dein Bewerbungsschreiben erhalten hat und ob die Stelle noch vakant ist. Damit gehst du nicht nur sicher, nicht in den Tiefen irgendeines Aktenordners zu verschwinden, sondern du erfährst auch, ob sich die Warterei noch lohnt. Bei einer Absage ohne vorherige Rückmeldung hast du wenigstens eins erfahren: Die Personalkultur ist definitiv verbesserungswürdig. 

Nach dem Vorstellungsgespräch: Wie erkundigst du dich?

Hier gilt der gleiche Zeitrahmen wie nach dem Absenden deines Bewerbungsschreibens. Allerdings gibt es noch einen Trick, das Unternehmen direkt nach dem Vorstellungsgespräch zum Handeln aufzufordern. Du kannst eine einfache Dankesmail verfassen, in der du deine Bereitschaft signalisierst, den Job anzunehmen. Mit dieser Nachricht im Postfach wissen alle Beteiligten, dass du auf eine Antwort wartest. Wenn du trotzdem keine Rückmeldung erhältst, gibt es zwei Optionen. Erstens, das Unternehmen einmal gründlich zu hinterfragen. Und zweitens, höflich anzurufen. Und in jedem Fall das Gespräch genauso höflich wieder zu beenden. Auch wenn es manchmal schwerfällt.

11. Nicht aufgeben: So gehst du mit Absagen um

Manchmal hast du für das perfekte Bewerbungsschreiben Stunden investiert. Recherchiert, was dein Marktwert ist. Ein Bewerbungsfoto erstellen lassen, das jedes Model vor Neid erblassen lassen würde. Und das erfolgreichste Vorstellungsgespräch aller Zeiten abgeliefert. Wenn dann eine Absage im Mailfach oder im Briefkasten liegt, hängen die Fahnen auf Halbmast. Die beste Strategie ist trotzdem: Wieder hoch mit den Fahnen, draus lernen und weitermachen! Eine Absage bringt dich dem Job näher, der ohnehin viel besser für dich geeignet ist. Mit den folgenden Tipps nutzt du diese Situation so perfekt, dass du später dankbar für diverse Absagen bist:

  • Erkundige dich nach dem Grund der Absage. Auch wenn das dem Stolz nicht gerade leichtfällt. Trotzdem solltest du dir diese Chance nicht entgehen lassen, für weitere Bewerbungen dein volles Verbesserungspotenzial auszuschöpfen.
  • Unternehmen schreiben Absagen nicht, um Kandidaten wie dir den Tag zu vermiesen. Meistens gibt es mehr Bewerber als Jobs, was den Bewerbungsprozess zu einer Art Glücksspiel macht. Und irgendwann kommt dein Zug.
  • Lass deine Bewerbungsmappe professionell prüfen. Manche Fehler fallen nur Profis auf, die Laien im Personalbereich gar nicht wissen können. Universitäten und viele Beratungscenter bieten kostenlose Bewerbungsmappen-Checks an.
  • Warte nicht auf Absagen, bis du weitere Bewerbungen schreibst. Es fällt viel einfacher, mit Absagen umzugehen, wenn du in der Zwischenzeit schon andere erfolgreiche Gespräche hattest. Wer weiß: Vielleicht kannst du am Ende sogar auswählen?

Bei allen Tipps: Absagen sind und bleiben keine erfreuliche Angelegenheit. Gönn dir daher auch mal eine Auszeit vom Bewerbungsstress, hol dir ein Eis oder eine gesunde Variante davon und lass die Jobs Jobs sein. Die richtige Zusage kommt schon noch. Wenn du bis hierhin gelesen hast und die ganzen Tipps nun weißt, dann sowieso. Viel Erfolg!

Muster-Bewerbungsschreiben als Vorlagen für deine Bewerbung

Oft fällt das Formulieren und Strukturieren des Bewerbungsschreibens leichter, wenn man schon so etwas wie ein erstes Gerüst hat. Bewerbungsvorlagen und Muster bieten genau das.
Deshalb findest du hier verschiedene Bewerbungsschreiben als Muster und Vorlage, die du dir als WORD-Datei (oder PDF-Datei) herunterladen und individuell anpassen kannst.

Die Bewerbungsanschreiben haben zudem unterschiedliche Beispieltexte. Du kannst Dir also auch mehrere Vorlagen herunterladen und jeweils die – für dich – besten Formulierungen übernehmen.
Wichtig: Die Bewerbungsmuster bitte nie 1:1 übernehmen! Dein Bewerbungsschreiben sollte in der Ausdrucksweise und Sprache zu dir persönlich passen. Bleibe also immer authentisch!

Muster für verschiedene Deckblätter findest Du hier.

Muster Bewerbungsschreiben Einstiegsposition (PDF)
Muster Bewerbungsschreiben Einstiegsposition (DOC)

Muster Bewerbungsschreiben Nebenjob (PDF)
Muster Bewerbungsschreiben Nebenjob (DOC)

Muster Bewerbungsschreiben Praktikum (PDF)
Muster Bewerbungsschreiben Praktikum (DOC)

 

Hinweis: Unsere Artikel richten sich an alle Geschlechter. Für eine leichtere Lesbarkeit verwenden wir jedoch das generische Maskulinum. Deine stellenwerk-Redaktion.

 


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Über die Autorin: Sofia Nelles ist waschechte Digital Native und Masterstudentin an der HAW Hamburg. Sie ist begeistert von fertigen To-Do-Listen, gutem Wetter in Hamburg und Out-of-the-Box Ideen.